Es gibt im Wesentlichen drei unterschiedliche technische Prinzipien, Signale an Kopfhörer kabellos zu senden: Induktive Übertragung, Infrarot Ausstrahlung und Funkübertragung. Sowohl mit Infrarot als auch mit Funk, meist in FM-Technik, kann ein Funkkopfhörer digital oder analog Signale empfangen. Alle kabellosen Übertragungen ermöglichen grundsätzlich die gleichzeitige Verwendung mehrerer Kopfhörer.
Die älteste Praxis ist die induktive Übertragung mit geringer Klangqualität aber einfacher Technik. Sie ist aus Kostengründen für Sprachübertragung immer noch in Versammlungsräumen gebräuchlich und hat den Vorteil großer Sicherheit gegenüber Diebstahl. Die Kopfhörer sind ohne die im Raum verlegte Induktionsschleife funktionslos. Mehrere Orte oder Räume können ohne großen Aufwand gleichzeitig versorgt werden.
Infrarot wurde als “Funk”-Medium in den 70ern gebräuchlich und wird z.B. in Versammlungsräumen oder für Audio Guides in Museen eingesetzt. Die Technik ist nun wesentlich aufwendiger gegenüber dem induktiven Verfahren. Ein Infrarotsender muss die Audiosignale verwandeln und der Kopfhörer muss über eine Kombination aus aktivem Empfänger, Decoder und Kleinverstärker für die Kopfhörermembran verfügen. Dazu ist eine Batterie nötig, zumeist als Akku, der am Aufbewahrungsort des Kopfhörers automatisch mit einer Ladestation verbunden wird. Wurde das Infrarot nur analog moduliert, war für eine qualitativ hochwertige Übertragung das Grundrauschen oft zu stark. Dies konnte mit einer digitalen Modulation verbessert werden. Die prinzipiellen Nachteile blieben aber bei beiden Modulationen die gleichen. Der Kopfhörer-Empfänger musste eine Sichtverbindung zum Sender haben – Reflexionen waren meist zu schwach – und die Reichweite war eingeschränkt.
Die Probleme der Sichtverbindung und der Reichweite wurden mit dem Funkkopfhörer gelöst. Auch hier braucht man sowohl Sender als auch die Empfangseinrichtung im Kopfhörer. Funk analog war leicht für größere Reichweiten zu realisieren, die Qualität schwankte aber mit den Empfangsbedingungen. Das Rauschproblem blieb jedoch. Dies konnte mit dem Funkkopfhörer digital moduliert gelöst werden. Dafür sind aber zusätzliche Wandler nötig. Selbst wenn der Sender bereits von einer digitalen Quelle angesteuert wird, muss im Funkkopfhörer digital auf analog zurück gewandelt werden, um ein analoges Signal für die Schallerzeugung zu erhalten. Im Freiraum können Reichweiten bis 200 Meter rauschfrei erzielt werden, aber gegenüber der analogen Verbindung gibt es nur das Entweder-Oder und kein Fading bei schlechterem Empfang. Der digitale Funkkopfhörer ist derzeit die beste Möglichkeit, einen hohen Qualitätsstandard zu erzielen. Das bei der Datenübertragung international standardisierte Bluetooth ist nicht notwendig, ermöglicht aber die Verwendung eines Funkkopfhörer bei beliebigen Quellen, unabhängig von seiner Lade-Sende-Station.