Es ist nahe liegend, dass, wie bei den meisten Electronic Consumer Products, auch Funkkopfhörer überwiegend aus Fernost kommen, und damit ist beileibe nicht Japan gemeint. Vom Design her können viele der angebotenen Produkte längst mit denen renommierter Hersteller mithalten. Es ist auch durchaus möglich, dass ein “namenloser” Funkkopfhörer vom selben Band gelaufen ist, wie ein in Auftragsarbeit hergestelltes Markenprodukt. Was dahinter steckt, ist aber die Frage.
Man muss als Käufer, wie in diesem Markt generell notwendig, zwischen drei Grundkategorien unterscheiden: namenlose (Billig-) Produkte mit Phantasiemarken oder mit Nutzung von Markennamen, deren Ursprungsfirmen untergegangen sind, wie AEG; bekannte Handelsmarken (Vertreiber) wie Vivanco und anerkannte Markenhersteller wie AKG, Beyerdynamic, Philips, Sennheiser und Sony. Markenhersteller sind lange im Geschäft und wissen worauf es ankommt – nicht zuletzt die Haltbarkeit und den Tragekomfort.
Ausgesprochene Billigprodukte sind sparsam bei den Spezifikationen. Sind technische “Daten” vorhanden, wird mehr über Spielereien ausgesagt, als darüber, was die Qualität eines Funkkopfhörers ausmacht. Es ist uninteressant, ob unter Idealbedingungen eine Reichweite von 100 Metern erzielbar ist, oder ein FM Radio integriert ist, wenn die Angaben über Frequenzumfang, Rauschabstand, Klirrfaktor, Kanaltrennung und Schalldruck völlig fehlen oder verwaschen mitgeteilt werden. Angaben wie Klirrfaktor unter 2 Prozent, Rauschabstand größer als 45 Dezibel oder Frequenzgang bis 11 Kilohertz, sprechen eine deutliche Sprache: Finger weg von dem Spielzeug.
Ein guter Funkkopfhörer des mittleren Preissegments ist der Philips SHD 8600/10 mit einem Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hertz und einem Rauschabstand von mehr als 85 Dezibel bei 230 Gramm Gewicht. Ein semi-professioneller Funkkopfhörer, auch für Sekretariats- und Callcenter-Bedingungen, ist der Sennheiser RS 4200 TV. Er wiegt nur 53 Gramm und liefert einen Schalldruck von bis 125 Dezibel bei 1 Prozent Klirrfaktor. Der Frequenzumfang ist zwar auf 50 bis 16.000 Hertz beschränkt, aber dafür gibt es eine umschaltbare Kompression für verbesserte Sprachwiedergabe. Der AKG K 940 AFC ist dagegen ein anspruchsvoller HiFi-Funkkopfhörer mit einem noch vertretbaren Gewicht von 320 Gramm. Er liefert einen Schalldruck von 107 Dezibel bei einem Frequenzumfang von 18 bis 24.000 Hertz (!). Ebenfalls in die HiFi-Klasse gehört der Beyerdynamic RSX 700 – Gewicht 270 Gramm, Frequenzgang 20 – 20.000 Hertz, Schalldruck 113 Dezibel, Rauschabstand besser als 85 Dezibel.
Es gilt wie immer, dass Gutes nicht billig sein kann. Man sollte schon mal mit 70 bis 150 Euro rechnen, damit das kabellose Hören ein Genuss bleibt.