Können Sie sich an eine solche oder ähnliche Szene erinnern, wie sie jetzt beschrieben wird?
Man wollte sich auf die Couch legen, eine Lieblingsmusik auf der guten Anlage anhören und etwas entspannen. Aus dem Hintergrund erhebt sich eine deutlich protestgeladene Stimme. (Wahlweise:) “Ich kann dieses Gedudel nicht mehr hören!” – “Dein ewiger Bach / Mozart / Schubert geht mir langsam auf den Geist.” – “Wie kannst bei dieser Musik entspannen?” – “Ich hab’ zu arbeiten. Deine Musik klingt wie eingeschlafene Socken.” – – “Wenn du das anlassen willst, dann setz’ gefälligst die Kopfhörer auf!”
Man ist etwas eingedöst auf der Couch und schreckt plötzlich auf. Irgendwie hat sich das Kopfhörerkabel verheddert, und es bleibt hängen. Beim Aufstehen – man ist noch etwas benommen – reißt das verhakte Kabel den Kopfhörer von den Ohren und die Lesebrille fliegt gleich mit. Man bräuchte einen Kopfhörer kabellos. Dann gäb’s das Problem nicht. Die Brille wird wieder aufgesetzt. Der Kopfhörer hängt immer noch. Also raus mit dem Spiralverlängerungskabel aus der Buchse. Die Spirale zieht sich zusammen und verknotet sich wieder mal. Kabel und Kopfhörer werden unsanft auf der Couch deponiert. Die Entspannung ist beim Teufel. – “Musst du dein Zeug immer rum liegen lassen. Ich möchte mich auch mal hinlegen können.” Ach wie praktisch wäre da ein Kopfhörer kabellos. Man sollte sich doch mal die Anschaffung von einem Funkkopfhörer überlegen.
Neues Szenario.
Man setzt sich den neuen Funkkopfhörer auf und legt eine alte wieder entdeckte Schlagerplatte auf den Plattenteller. Die Mitbewohnerschaft hasst diese Musik, aber mit den geweckten Erinnerungen geht die lästige Aufräumarbeit viel leichter von der Hand. Nach dem langen Regen kommt plötzlich die Sonne heraus. Schnell mal raus auf den Balkon und durchschnaufen. Die Platte ist aus. Zurück zum Plattenspieler, die Platte umdrehen, dann in die Küche und eine Tasse Kaffee machen. Wo ist die Sahne? Wie war das damals doch so schön, als bei diesem Lied im Hintergrund die Sonne am See unterging. Oh! Man muss ja für Opa noch was aus dem Speicher holen, und heute Abend wird er wieder die Funkkopfhörer aufsetzen, damit er beim Fernsehen alles versteht und man die Nachrichten nicht voll aufdrehen muss. Am liebsten wurde man das gute Stück gar nicht mehr aus den Händen geben. Jetzt ist man beim Kopfhörer kabellos, endlich frei.